Anwendungsbeispiele in der Schule

Ein „schwieriger“ Kollege nützt jede Lehrerkonferenz dazu, jede kleinste Entscheidung zu einer Grundsatzdiskussion zu machen. In diesen Gesprächen wird er stur, rechthaberisch und selbstgerecht. Jedes mal droht eine Eskalation. Hier handelt es sich um einen Beharrer, der sein Distressverhalten zeigt. Wenn wir seine bevorzugte Art zu kommunizieren und sein wichtigstes psychisches Bedürfnis kennen, können wir dem Konflikt vorbeugen und die Lehrerkonferenz zügig und produktiv zu Ende bringen.

Eine Mutter erscheint regelmäßig in der Sprechstunde und äußert jammernd ihre Sorge um die „arme“ Tochter. Sie heischt um Verständnis, zeigt sich als überbehütend und beklagt die überfrachteten Lehrpläne. Sie erzählt, dass sie selbst vergessen hat, den Wecker der Tochter zu stellen und aus Versehen, mit der Tochter den falschen Stoff gelernt hat. Diese Mutter geht ihnen auf die Nerven und klaut ihnen ihre Zeit. Sie spüren, wie sie sauer auf sie werden. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Empathkerin im Distress. Auch diese Frau können Sie mit typenspezifischer Kommunikation und Angeboten an psychischer Bedürfnisbefriedigung, dazu einladen klar zu denken und Probleme zu lösen anstatt sie zu beklagen.

Sie erleben eine bestimmte Schülerin als „Dauerfrust“. Sie stört, albert rum, stößt Stühle um, vergisst ständig Sachen, die sie zum Unterricht braucht, scheint häufig ein Brett vor dem Kopf zu haben und versteht es glänzend sich unangenehmen Pflichten zu entziehen. Dieses Mädchen ist wahrscheinlich eine kleine Rebellin. Typengerechte Kommunikation und ein Angebot zur psychischen Bedürfnisbefriedigung helfen diesem Kind beim Lernen und schützen Sie selbst vor frustriertem Ärger.

Das Schuljahresende naht und Sie fühlen, wie jedes Jahr heftige Symptome von Burnout. Wie jedes Jahr reichen die großen Ferien gerade aus, um genug Kraft mit zum Schulanfang zu bringen, damit es gerade so von Ferien zu Ferien reicht. Vielleicht sind Sie eine Empathikerin und haben nicht ausreichend dafür gesorgt, das zu bekommen, was Sie motiviert und „satt“ macht. Bedingungslose Anerkennung als Person, Wohltaten für ihre empfindsamen Sinne und den regelmäßigen Kontakt mit Menschen, die Sie lieben.

Für jeden der sechs Persönlichkeitstypen ließen sich hier Beispiele bringen. Die Erfahrung, dass wir mit bestimmten Menschen immer wieder Schwierigkeiten haben, während wir mit anderen mühelos zurecht kommen, lässt sich durch die Kompatibilität oder Inkompatibilität bestimmter Persönlichkeitsarchitekturen erklären. Wenn wir diese Schwierigkeiten einmal verstanden haben, können wir es uns selbst und auch anderen leichter machen.